Johann Gottlieb Fichte
Gesamtausgabe der Bayerischen Akademie der Wissenschaften
Hrsg. von Reinhard Lauth †, Hans Gliwitzky †, Hans Jacob †, Erich Fuchs, Peter K. Schneider und Günter Zöller. 1962 ff. Insgesamt 42 Großoktav-Bände. Ln. Bei Gesamtabnahme. je Bd. ca. € 246; einzeln ca. € 291,-.
ISBN 3 7728 0138 2.
Gliederung der Ausgabe:
I. Werke
II. Nachgelassene Schriften
III. Briefe
IV. Kollegnachschriften
"Durch ihren wissenschaftlichen Wert, die kritische Genauigkeit und Vollständigkeit, durch die verwendete Sorgfalt, die Sachkunde und geistige Redlichkeit, von denen sie zeugen, durch die Klarheit und Eleganz, mit der die Texte dargeboten werden, erscheinen diese prachtvollen Bände als ein Muster wissenschaftlicher Edition."
Martial Gueroult, Collège de France
Reihe I: Werke
Band 1: Werke 1791-1794
Hrsg. von Reinhard Lauth u. Hans Jacob unter Mitwirkung von Manfred Zahn und Richard Schottky. 1964. XX, 478 S.
ISBN 3 7728 0139 0.
Dieser Band gibt in der Einleitung Auskunft über die Editionsprinzipien der Gesamtausgabe. Er enthält außerdem ein Verzeichnis sämtlicher Werke und Veröffentlichungen Fichtes. An Texten umfaßt er den "Versuch einer Critik aller Offenbarung" (von 1792 bzw. 1793), der als die erste und zugleich vollendetste Gestaltung der kritischen Religionsphilosophie bezeichnet werden darf, und die anonymen Flugschriften "Zurückforderung der Denkfreiheit" und "Beitrag zur Berichtigung der Urtheile des Publikums über die französische Revolution", in denen Fichte sich zum Wortführer der Prinzipien der Französischen Revolution in Deutschland machte.
Band 2: Werke 1793-1795
Hrsg. von Reinhard Lauth und Hans Jacob unter Mitwirkung von Manfred Zahn. 1965. 481 S.
ISBN 3 7728 0140 4.
Die "Grundlage der gesamten Wissenschaftslehre" von 1794/1795, die dieser Band unter Berücksichtigung aller drei zu Lebzeiten Fichtes erfolgten Ausgaben bringt, gehört zu den bedeutendsten Werken der philosophischen Weltliteratur und ist für die Beschäftigung mit der Theorie der Wissenschaft als solcher unentbehrlich. Ihr wesentliches Grundkonzept ging in die wissenschaftslogischen Theorien Hegels, Schellings und aller derer ein, die auf den Erkenntnissen dieser Männer fußen. Die Creuzer-, Gebhard-, und vor allem die Aenesidemus-Rezension leiten zur Wissenschaftslehre hin.
Band 3: Werke 1794-1796
Hrsg. von Reinhard Lauth und Hans Jacob unter Mitwirkung von Richard Schottky. 1966. VI, 485 S.
ISBN 3 7728 0141 2.
Die hier edierten "Vorlesungen über die Bestimmung des Gelehrten" bestimmen den gesellschaftlichen Standort des Wissenschaftsbetriebes.
Die Abhandlung "Von der Sprachfähigkeit und dem Ursprung der Sprache" enthält Fichtes Sprachphilosophie. Der "Grundriß des Eigenthümlichen der Wissenschaftslehre" ist vor allem für die transzendentale Lehre von Raum und Zeit von Bedeutung. Die Rezension von Kants "Zum ewigen Frieden" und die "Grundlage des Naturrechts" (1. Teil) sind die klassischen Texte der Fichteschen Gesellschafts- und Rechtslehre.
Band 4: Werke 1797-1798
Hrsg. von Reinhard Lauth und Hans Gliwitzky unter Mitwirkung von Richard Schottky. 1970. VI, 517 S.
ISBN 3 7728 0142 0.
In diesem Band findet man außer dem 2. Teil der "Grundlage des Naturrechts" vor allem Fichtes Artikel im "Philosophischen Journal einer Gesellschaft Teutscher Gelehrten", in denen die polemische Auseinandersetzung um Sinn und bleibende Bedeutung der Wissenschaftslehre ihren Anfang nimmt. Fichte setzt sich mit Kant, Schelling, Aenesidemus-Schulze und Forberg auseinander. Die Kenntnis dieser Kontroversen ist zur Beurteilung der Diskussion über die Wissenschaftslehre wichtig.
Band 5: Werke 1798-1799
Hrsg. von Reinhard Lauth und Hans Gliwitzky unter Mitwirkung von Hans Michael Baumgartner, Erich Fuchs, Kurt Hiller und Peter K. Schneider. 1977. VIII, 482 S.
ISBN 3 7728 0143 9.
"Das System der Sittenlehre", mit dem der Band beginnt, ist der klassische Text für Fichtes Ethik, es enthält auch wichtige Prinzipien der Wissenschaftslehre, welche die "Grundlage" nicht bringt. Die Schriften zum Atheismus-Streit, der Artikel "Ueber den Grund unseres Glaubens an eine göttliche Weltregierung" und die "Appellation an das Publikum" zeigen Fichte auf dem Höhepunkt der polemischen Auseinandersetzung mit der protestantischen Religionsphilosophie. Fichte erscheint in ihnen als Verfechter einer im transzendentalen Sinne rationalen Theologie.
Band 6: Werke 1799-1801
Hrsg. von Reinhard Lauth und Hans Gliwitzky unter Mitwirkung von Erich Fuchs, Kurt Hiller und Peter K. Schneider. 1981. IX, 495 S.
ISBN 3 7728 0781 X.
Der Band bringt den Abschluß des sogenannten Atheismusstreits. Neben Fichtes ausführlicher Verantwortungsschrift sind auch Niethammers Rechtfertigung und mehrere dokumentarische Beilagen zu dieser Auseinandersetzung wiedergegeben.
Die "Bestimmung des Menschen" zeigt Fichte bei dem Versuch, die Grundsätze seiner wissenschaftlichen Philosophie auf populäre Weise einem breiteren Publikum zugänglich zu machen, zugleich aber auch den praktischen Aspekt seiner Wissenschaftslehre energisch herauszuheben.
Fichtes ästhetische Abhandlung "Über Geist und Buchstab in der Philosophie", wegen der es mit Schiller zu einer Verstimmung kam, schließt den Band neben einigen kleinen Texten aus dem "Philosophischen Journal" ab.
Band 7: Werke 1800-1801
Hrsg. von Reinhard Lauth und Hans Gliwitzky unter Mitwirkung von Erich Fuchs und Peter K. Schneider. 1988. XI, 518 S. und 2 Abb.
ISBN 3 7728 1178 7.
Neben kleineren, auch literarischen Schriften enthält dieser Band im wesentlichen Arbeiten Fichtes zu drei recht unterschiedlichen Themenbereichen: Im "geschloßnen Handelsstaat" entwirft er das sozio-ökonomische Modell eines nach Prinzipien der Wissenschaftslehre geordneten menschlichen Zusammenlebens; der "Sonnenklare Bericht" unternimmt den Versuch, die Wissenschaftslehre auf populäre Weise dem Leser nahe zu bringen, während das "Antwortschreiben an Reinhold" die streng fachliche Auseinandersetzung weiterführt; schließlich liefert Fichte in "Friedrich Nicolai’s Leben und sonderbare Meinungen" einen polemischen "Beitrag zur Literargeschichte des vergangenen und zur Pädagogik des angehenden Jahrhunderts".
Band 8: Werke 1801-1806
Hrsg. von Reinhard Lauth und Hans Gliwitzky unter Mitwirkung von Josef Beeler, Erich Fuchs, Ives Radrizzani und Peter K. Schneider. 1991. X, 493 S.
ISBN 3 7728 1349 6.
Neben einigen der gelungensten Gedichte Fichtes aus Musenalmanachen der Jahre 1801/02 und 1805, einer Erklärung gegen den Buchhändler Gabler im Streit um die 2. Auflage der "Grundlage der gesammten Wissenschaftslehre" (1802) und Ankündigungen zu den Vorlesungen aus Berliner Zeitungen (1804-06) enthält dieser Band die (1806 erschienene) Schrift "Ueber das Wesen des Gelehrten, und seine Erscheinungen im Gebiete der Freiheit"; diese stellt die allgemein-propädeutische Einleitung in Fichtes Gesamtwerk seiner Lehrtätigkeit in Erlangen (Mai - September 1805) dar, das im Nachlaßband 9 publiziert ist.
Hauptwerk des Bandes sind "Die Grundzüge des gegenwärtigen Zeitalters", Fichtes erste Schrift zur Geschichtsphilosophie, der er sich in den Jahren 1804-1808 mit großer Intensität zuwandte. Fichte veröffentlicht damit den Inhalt der im Winter 1804/05 in Berlin gehaltenen öffentlichen Vorträge einer "philosophischen Charakteristik des Zeitalters".
Im Anhang enthält der Band nach dem Abdruck von 1802 in den "Eleusinien des neunzehnten Jahrhunderts" Fichtes Berliner Logen-Vorträge vom Oktober 1799 und April/ Mai 1800: "Philosophie der Maurerei. Briefe an Konstant", welche Fichtes Konzeption dessen bieten, was nach ihm die Freimaurer sein sollte.
Band 9: Werke 1806-1807
Hrsg. von Reinhard Lauth und Hans Gliwitzky unter Mitwirkung von Josef Beeler, Erich Fuchs, Marco Ivaldo, Ives Radrizzani, Peter K. Schneider und Anna-Maria Schurr-Lorusso. 1995. X, 326 S.
ISBN 3 7728 1654 1.
Im Hauptwerk dieses vorletzten Bandes der Werke-Reihe, der "Anweisung zum seeligen Leben", geht Fichte in einem mutigen Schritt als erster bedeutender Philosoph seit Hermann Samuel Reimarus daran, die Religion und den Gedanken der Inkarnation des Absoluten vom prinzipiellen Standpunkt aus zu untersuchen. Dabei kommt er zu einem ganz anderen Resultat als z.B. Franz Volkmar Reinhard oder nachher Hegel. Polemisch wendet sich Fichte gegen die Jesus-Auffassungen Schleiermachers, Jacobis und Schellings. Diese zeitgenössischen Beziehungen wie auch deren Reflexion in der unmittelbaren Rezeption werden im ausführlichen Vorwort und in den sachlichen Nachweisen dargestellt. Der Band enthält ferner den Machiavelli-Aufsatz von 1807 sowie eine Dante-Übersetzung Fichtes.
Band 10: Werke 1808–1812.
Hrsg. von Reinhard Lauth, Erich Fuchs, Hans Georg von Manz, Ives Radrizzani, Peter K. Schneider, Martin Siegel
und Günter Zöller unter Mitwirkung von Josef Beeler-Port. 2005. XIV, 470 S.
ISBN 3 7728 2170 7.
Dieser Band, der die Werkreihe abschließt, enthält als Haupttext Fichtes 1807/08 in Berlin öffentlich gehaltene
›Reden an die deutsche Nation‹, in denen – auch in der Nachfolge Pestalozzis – zu einer neuen Erziehung der Deutschen
als Mittel einer geistigen Erneuerung aufgerufen wird. Ferner legt der Band Petrarca- und Camões-Nachdichtungen vor
sowie die ausgearbeitete Schlußvorlesung von 1810 ›Wissenschaftslehre im allgemeinen Umrisse‹, die Rede ›Ueber die
einzig mögliche Störung der akademischen Freiheit‹, mit welcher Fichte im Oktober 1811 sein Amt als Rektor der
Berliner Universität antritt, und einen Abdruck der beiden ersten Vorlesungen vom Sommer 1812 ›Über die Bestimmung
des Gelehrten‹. Den Abschluß des Bandes bilden die vierzehn Rezensionen aus dem Jahre 1788 als Nachtrag.
Reihe II: Nachgelassene Schriften
Band 1: Nachgelassene Schriften 1780-1791.
Hrsg. von Reinhard Lauth und Hans Jacob unter Mitwirkung von Manfred Zahn. 1962. XVI, 492 S.
ISBN 3 7728 0144 7.
Die Einleitung zu diesem Band gibt Auskunft über die Prinzipien der Edition des Nachlasses. Der Band umfaßt das gesamte vorkritische Jugendwerk Fichtes, seine Maturrede, seine Predigten und theologischen Arbeiten, darunter die sich mit Reimarus auseinandersetzende Abhandlung "Ueber die Absichten des Todes Jesu", seine Tagebücher als Erzieher und seine literarisch-kritischen Versuche, seine Kants Kritiken erklärenden Schriften und das Tagebuch seiner Reise von Sachsen durch Polen nach Ostpreußen.
Band 2: Nachgelassene Schriften 1791-1793
Hrsg. von Reinhard Lauth und Hans Jacob unter Mitwirkung von Hans Gliwitzky und Manfred Zahn. 1967. VII, 366 S.
ISBN 3 7728 0145 5.
Der Band enthält die erste handschriftliche Fassung des "Versuchs einer Critic aller Offenbarung", "Religionsphilosophische Reflexionen" und weitere Predigten Fichtes. Dann folgen die für die Interpersonal- und Gesellschaftstheorie entscheidenden Aufsätze der "Entwürfe zur Zurückforderung der Denkfreiheit", die inhaltlich weit über die Flugschrift hinausgehen. Die Entwürfe zur Gebhard- und Aenesidemus-Rezension geben Einblick in die Genese der Wissenschaftslehre.
Band 3: Nachgelassene Schriften 1793-1795
Hrsg. von Reinhard Lauth und Hans Jacob unter Mitwirkung von Hans Gliwitzky und Manfred Zahn. 1971. VII, 499 S.
ISBN 3 7728 0146 3.
Dieser Band bringt eines der großartigsten - bisher aber noch unveröffentlichten - Werke Fichtes, seine "Eignen Meditationen über Elementarphilosophie". Wir können hier die Entstehung einer, die gesamte Philosophie revolutionierenden Konzeption, in statu nascendi verfolgen. Der 2. Teil, die "Practische Philosophie", enthält eine ausgearbeitete Aesthetik sowie eine Theorie aller geistigen Interessen. Außerdem enthält dieser Band Fichtes Rede bei seiner Affiliation in die Rudolstädter Freimaurerloge sowie Stücke, die auf seine Universitätstätigkeit Bezug nehmen.
Band 4: Fichtes Vorlesungen über Platners "Philosophische Aphorismen" 1794-1812.
Hrsg. von Reinhard Lauth, Hans Jacob und Hans Gliwitzky unter Mitwirkung von Erich Fuchs, Kurt Hiller und Peter K. Schneider. 1976. VI, 416 S.
ISBN 3 7728 0539 6.
Dieser Band enthält das gesamte Nachlaßmaterial der Vorlesungen Fichtes über Logik und Metaphysik (1794 bis 1802, einschließlich der Exkurse von 1812). Fichte kommentierte in diesen Vorlesungen Platners "Aphorismen", das meistgelesene philosophische Kompendium der damaligen Zeit. Auch Hegel las in Jena nach dem Weggang Fichtes über Logik und Metaphysik. Da Fichte fast jeden der über 1000 Paragraphen des Ersten Teils dieses Werkes kommentiert, stellt Platners Werk (das auch einzeln bezogen werden kann) ein unentbehrliches Instrument zum Verständnis der idealistischen Position um die Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert dar.
Band 4: Supplement
Ernst Platner, "Philosophische Aphorismen", Leipzig 1793. Hrsg. von Reinhard Lauth und Hans Gliwitzky. Unter Mitwirkung von Erich Fuchs, Kurt Hiller, Peter K. Schneider, Adolf Schurr und Anna-Maria Schurr-Lorusso. 1977. VI, 363 S.
ISBN 3 7728 0538 8.
Dieses Werk bringt den Text, auf den sich Fichte in seinen Vorlesungen über Logik und Metaphysik bezieht, ergänzt um ein Register.
Band 5: Nachgelassene Schriften 1796-1801. Hrsg. von Reinhard Lauth und Hans Gliwitzky unter Mitwirkung von Erich Fuchs, Kurt Hiller, Walter Schieche, Peter K. Schneider und Manfred Zahn. 1979. VI, 558 S.
ISBN 3 7728 0737 2.
Von den vielen schriftlichen Erörterungen des Schellingschen Idealismus wurde bisher nur ein Teil veröffentlicht. Der Band bringt das gesamte Material bis 1801 einschließlich, so daß er eine komplette Dokumentation zu dieser Auseinandersetzung bietet. Außerdem kommen in ihm noch nicht bzw. unzureichend veröffentlichte Texte zum Atheismus-Streit und zur Kontroverse mit Reinhold und Biester sowie eine "Theorie des WechselRechts" zum Abdruck. Aus ungeordneten Blättern konnten die Herausgeber in jahrelanger Arbeit eine "Neue Bearbeitung der Wissenschaftslehre" wiederherstellen, die Fichte im Oktober 1800 geschrieben hat.
Band 6: Nachgelassene Schriften 1800-1803
Hrsg. von Reinhard Lauth und Hans Gliwitzky unter Mitwirkung von Erich Fuchs, Peter K. Schneider und Manfred Zahn. 1983. IV, 460 S.
ISBN 3 7728 0783 6.
Fichtes Ausarbeitungen zur Wissenschaftslehre bilden den Schwerpunkt des Bandes, in dessen Zentrum die - gegenüber I. H. Fichte wesentlich revidierte - Fassung von 1801/02 steht. Thematisch zur Wissenschaftslehre gehörig und zur Fassung von 1804 überleitend ist auch das aus verschiedenen Nachlaß- und Archivstücken wieder zusammengesetzte "Privatissimum" von 1803. Neben Gedichten gegen Reinhold, Nicolai und Biester sowie anderen kleinen literarischen Versuchen verdient ein, allerdings schwer datierbarer, Entwurf zur "Staatswirtschaft" Beachtung, weil er Fichte als entschiedenen Kritiker (schärfer als im "Handelsstaat") der Eigentums-, Produktions- und Geldverhältnisse seiner Zeit zeigt.
Band 7: Nachgelassene Schriften 1804-1805
Hrsg. von Reinhard Lauth und Hans Gliwitzky unter Mitwirkung von Erich Fuchs, Albert Mues und Peter K. Schneider. 1989. XII, 571 S.
ISBN 3 7728 0990 1.
Dieser Band bringt, abgesehen von der in Band II,8 publizierten Vorlesung der Wissenschaftslehre vom Sommer 1804, alle weiteren Ausarbeitungen zur Wissenschaftslehre vor Fichtes Weggang nach Erlangen. Mit der Wissenschaftslehre vom Winter 1804 nahm Fichte vor einem Publikum der ersten Persönlichkeiten Berlins aus Regierung, Wissenschaft und Kunst seine seit 1802 unterbrochene Lehrtätigkeit wieder auf. In ihr als einer Philosophia prima wird das Verhältnis der Erscheinung zum Absoluten in einem sukzessiv sich von allen empirisch-faktischen Voraussetzungen befreienden Verfahren erschöpfend dargelegt; damit werden die Einwände von Fries entkräftet und der transzendentale Standpunkt gegen Schelling gewahrt. In der dritten Wissenschaftslehre von 1804 und in den anschließenden "Prinzipien der Gottes-, Sitten- und Rechtslehre" vollzieht Fichte die an die Philosophia prima sich anschließende Entfaltung der Erscheinung. Einige kleinere Schriften zur Theologie und Pädagogik sowie zum Begriff der Wissenschaftslehre vervollständigen den Band.
Band 8: Nachgelassene Schriften 1804.
Hrsg. von Reinhard Lauth und Hans Gliwitzky unter Mitwirkung von Erich Fuchs, Erich Ruff und Peter K. Schneider. 1985. XLVI, 471 S.
ISBN 3 7728 1033 0.
Der Band II,8 legt Fichtes Wissenschaftslehre 1804, gehalten vom 16. April bis 8. Juni in 28 Vorträgen vor. Aufgrund der besonderen Quellenlage - das Manuskript von Fichtes eigener Hand ist wahrscheinlich verloren - ist es erforderlich, zwei überlieferte Texte en regard wiederzugeben. Beide Texte sind nicht authentisch: Beim einen handelt es sich um die von I. H. Fichte im Jahre 1834 veröffentlichte und nach eigenen Angaben vermutlich im Manuskript seines Vaters redigierte Wiedergabe; der zweite Text ist die Abschrift einer bislang nicht identifizierten Hand, die neben Lücken kleinere, gelegentlich gravierende Entzifferungsfehler aufweist. Durch die Wiedergabe en regard hat der Benutzer erstmals die Möglichkeit, durch selbstverantwortete Kompilation der beiden überlieferten und vollständig wiedergegebenen Texte den ursprünglichen Wortlaut zu erschließen. Dieses Vorgehen war editionskritisch geboten und machte es erforderlich, die sonst eingehaltene Chronologie zu unterbrechen.
Band 9: Nachgelassene Schriften 1805-1807
Hrsg. von Reinhard Lauth und Hans Gliwitzky unter Mitwirkung von Josef Beeler, Erich Fuchs, Ives Radrizzani und Peter K. Schneider. 1993. X, 545 S.
ISBN 3 7728 1198 1.
Die Zuteilung einer Professur für Philosophie an der Universität Erlangen hatte die Ausarbeitung von Vorlesungen für das Sommersemester 1805 zur Folge, von denen die "Institutiones omnis philosophiae" analog zu den Jenenser Vorlesungen über Logik und Metaphysik als Hinführung zur Wissenschaftslehre konzipiert sind. Von besonderem Interesse sind darin die Ausarbeitungen zur formalen und höheren (methodologischen) Logik. Für philosophisch Fortgeschrittene las Fichte Wissenschaftslehre (1805); diese Ausarbeitung wollte er als die vierte und abschließende, vom Winter 1804 an zählend, verstanden wissen. In dieser Wissenschaftslehre stellt Fichte die Transzendentallehre Schritt für Schritt in Auseinandersetzung mit Schellings Position in "Philosophie und Religion" (1804) und als Überwindung der spekulativen Metaphysik dar.
Band 10: Nachgelassene Schriften 1806-1807
Hrsg. von Reinhard Lauth und Hans Gliwitzky unter Mitwirkung von Erich Fuchs, Marco Ivaldo, Peter K. Schneider und Anna-Maria Schurr-Lorusso. 1994. 539 S.
ISBN 3 7728 1476 X.
Das Ende des Heiligen Römischen Reiches, die Niederlage Österreichs 1805 und Preußens 1806 rissen Fichte aus seinen wissenschaftlichen Studien und veranlaßten ihn, sich den politischen Problemen zuzuwenden. Er wandte sich gegen den preußischen Hurra-Patriotismus, bot sich als Redner für die preußische Armee an und konzipierte nach dem Debakel von Jena und Auerstedt Grundgedanken für eine "Republik der Deutschen". Seine Tagebuchaufzeichnungen halten wichtige Ereignisse seiner Flucht von Berlin nach Königsberg fest. Die Professur an der Königsberger Universität, die er Anfang 1807 erhielt, veranlaßte Fichte zu einer neuerlichen Fassung der Wissenschaftslehre (1807). In Kopenhagen redigierte er u.a. auch endgültig seinen "Bericht über die bisherigen Schicksale der Wissenschaftslehre, darin die Abfertigung Schellings".
Band 11: Nachgelassene Schriften 1807-1810
Hrsg. von Reinhard Lauth, Hans Gliwitzky, Peter K. Schneider und Erich Fuchs unter Mitwirkung von Ives Radrizzani und Anna-Maria Schurr-Lorusso. 1998. X, 469 mit S. 2 Abb.
ISBN 3 7728 1873 0.
Mit dem Verlassen Ostpreußens im Juni 1807 bricht eine neue Epoche der wissenschaftlichen Existenz des Philosophen an. In der "Spekulation zu Kopenhagen" fixierte er als "Aufgabe" die Punkte, in denen er seine Wissenschaftslehre noch weiter klären und vertiefen will. Die Entwürfe zur "Beantwortung des Jacobischen Schreibens von 99" dienen dem Vorhaben, eine "Philosophische Zeitschrift zu verfassen", das Fichte aus Verlagsgründen bald fallen lassen muß. Zurück in Berlin geht Fichte im Auftrag des Ministers Beyme daran, einen "Plan einer zu Berlin zu errichtenden höhern Lehranstalt" für die preußische Regierung auszuarbeiten, in dem der preußischen Universität eine Art von College-System zugedacht war. Gegen Wilhelm von Humboldts gegensätzliche Vorstellungen konnte sich Fichtes Plan nicht durchsetzen. Von den "Reden an die deutsche Nation" (Dezember 1807 bis März 1808) spiegelt sich im Nachlaß kaum etwas. Nach den Vorträgen machte sich Fichte an eine Art Generalrevision der Wissenschaftslehre. Diese Aufzeichnungen offenbaren, wo Fichte noch zu lösende Probleme sah; und sie lassen erkennen, wie stark die geschichtsphilosophischen Überlegungen von 1806 bis 1809 zugleich wissenswissenschaftlich relevant wurden. Die Vorlesungen an der zunächst noch inoffiziellen Berliner Universität beginnt Fichte mit einer "Anleitung zur Kunst des Philosophierens", der dann im Februar/März 1810 der Vortrag der "Wissenschaftslehre" (1810) folgt.
"The most fascinating text in the volume is perhaps the set of notes entitled 'Since 1 April 1808.' It shows Fichte thinking with the pen in his hand and provides a fascinating glimpse into the author's philosophical dialogue with himself." (Günter Zöller, Journal of the History of Philosophy)
Band 12: Nachgelassene Schriften 1810-1812.
Hrsg. von Reinhard Lauth, Erich Fuchs, Ives Radrizzani und Peter K. Schneider unter Mitwirkung von Hans Georg von Manz. 1999. XII, 465 S., 2 Abb.
ISBN 3 7728 1899 4.
Den Band eröffnen Einleitungsvorlesungen zu den ersten offiziellen philosophischen Kollegs an der neu gegründeten Universität Berlin (Herbst 1810). Die Vorlesungen über die "Tatsachen des Bewußtseins" aus dem Wintersemester 1810/11 führen vom Standpunkt des gewöhnlichen Bewußtseins auf die Ebene der Wissenschaft. Die "Wissenschaftslehre von 1811" geht vom Gedanken des Seins als dem Absoluten aus und destruiert am Beispiel Spinoza/Schelling den Versuch einer ontologischen Philosophie; dieser Text wird hier überhaupt das erste Mal gedruckt. Ein letztes Beispiel von Fichtes populären Vorlesungen bieten diejenigen des Sommersemesters 1811 "über die Bestimmung des Gelehrten" aus der Handschrift des Philosophen. Den Band beschließt ein Gutachten Fichtes zu einem ihm vom "Turnvater" Jahn vorgelegten Satzungsentwurf für die deutschen Burschenschaften. Außerdem in diesem Band: Rede bei einer Professoren-Promotion, Februar 1811 - Deliberanda zur Situation an der Universität Berlin "Teplitz gehen oder nicht" - Rede in Knittelversen zur Übernahme des Sprecheramts bei der "christlich-deutschen Tischgesellschaft" und ein dazugehöriges Protokoll ("Tagblatt")
Band 13: Nachgelassene Schriften 1812.
Hrsg. von Reinhard Lauth, Erich Fuchs, Peter K. Schneider, Hans Georg von Manz, Ives Radrizzani und Günter Zöller. 2002. X, 447 S., 2 Abb.
ISBN 3 7728 2033 6.
Die Wissenschaftslehre von 1812 - die letzte, die Fichte vollständig vorgetragen hat - wird der Forschung erstmals in zuverlässiger Form vorgelegt. In ihr deduziert Fichte vom höchsten bestimmten "Blick" aus, dem des sittlichen Wollens als einem der höheren "Schemata" der Erscheinung des Absoluten, die weiteren Momente des Wissens. Die Rechtslehre und die Sittenlehre von 1812 werden ausschließlich nach der Handschrift ohne die bisher aus anderen Quellen hinzugefügten Texte wiedergegeben. - Drei nicht exakt zu datierende Texte zeigen Fichtes Reaktion auf die Zeitereignisse (u.a. Napoleons Kontributionsforderungen an den preußischen Staat). Der Philosoph stellt grundsätzliche Überlegungen auch auf volkswirtschaftlichem Gebiet (Bewertung landwirtschaftlicher Güter, Geldwerttheorie) an. Die Einleitungsvorlesung vom Sommersemester 1812) belegen Fichtes Bestreben, am Beginn des Semesters allen interessierten Studenten den Eingang in die Philosophie überhaupt zu ermöglichen.
Band 14: Nachgelassene Schriften 1812.
Hrsg. v. Erich Fuchs, Reinhard Lauth, Hans Georg von Manz, Ives Radrizzani, Peter K. Schneider, Martin Siegel
und Günter Zöller. 2006. IX, 475 S., 2 Abb.
ISBN 3 7728 2171 5.
Der Band bietet die übrigen Texte des Jahres 1812. Die im Sommersemester 1812 gehaltene Vorlesung ›Vom Verhältniß der Logik zur wirklichen Philosophie‹ wird erstmals der Forschung zugänglich gemacht. Sie analysiert das empirische Begreifen, zeigt die gegensätzliche Auffassung des Denkens in der formalen und in der transzendentalen Logik und weist nach, daß die formallogische Konzeption des Denkens unhaltbar ist. Vollendet wird dieser Gedankengang im Wintersemester 1812/13 in der schon bekannten transzendentalen Logik ›Vom Unterschiede zwischen der Logik und der Philosophie selbst‹; diese vollzieht das Begreifen des Begriffs und der Anschauung bis hin zur Deduktion des Raumes. Dieses Werk gilt als wissenschaftliches Hauptwerk Fichtes aus der Spätzeit und wird hier in einer wesentlich verbesserten Form vorgelegt. Die Einleitungsvorlesung ›Vom Studium der Philosophie überhaupt‹ (WS 1812/13) erläutert neben den Bedingungen für das Verstehen der Wissenschaftslehre auch das Vorgehen Fichtes in den ›Transzendentalen Logiken‹. Vervollständigt wird der Band durch zwei kürzere, nicht exakt zu datierende Texte: ›Zur Herstellung eines verlohren gegangenen Mskpts ... ‹ und ›2. noch Auszug‹.
Band 15: Nachgelassene Schriften 1813-1814.
Herausgegeben von Erich Fuchs, Hans Georg von Manz, Ives Radrizzani, Peter K. Schneider, Martin Siegel und Günter Zöller. Unter Mitwirkung von Günter Meckenstock und Erich Ruff. 2009. X,471 S.
ISBN 978 3 7728 2172 1.
Die ›Thatsachen des Bewußtseins‹ vom Januar 1813 mit dem Hauptgewicht auf den praktischen Tatsachen und ihrer Begründung führen vorbereitend in die unvollendet gebliebene ›Wissenschaftslehre‹ vom Februar 1813 ein. Diese setzt bei der Einsicht an, dass alles Wissen nur im Verständnis seiner selbst ist. Aus diesem Verstehen des Verstehens werden die weiteren Prinzipien des Wissens hergeleitet. Das erstmals veröffentlichte Diarium I (März-August 1813) dokumentiert Fichtes ›Werkstattarbeit‹ für die Vorlesung der sog. Staatslehre mit ihren geschichtsphilosophischen und politischen Reflexionen. Außerdem nehmen darin Spekulationen zu letzten Begründungszusammenhängen der Wissenschaftslehre großen Raum ein.
Band 16: Nachgelassene Schriften 1813-1814.
Herausgegeben von Erich Fuchs, Hans Georg von Manz, Ives Radrizzani, Peter K. Schneider und Günter Zöller. Unter Mitwirkung von Alessandro Bertinetto, Simone Furlani und Martin Siegel. Ca. 400 Seiten. In Vorbereitung.
ISBN 978 3 7728 2335 0.
›Die Staatslehre oder über das Verhältniss des Urstaates zum Vernunftreiche‹ wird in der Redaktion des Fichte-Sohns Immanuel Hermann wiedergegeben. Der Band enthält ausserdem das Diarium II (›In einem Traume...‹) vom August/September 1813, das sich ausschließlich mit Problemen der Wissenschaftslehre beschäftigt. Im ›Tagebuch über den Animalischen Magnetismus‹ vom September 1813 reflektiert Fichte aktuelle Phänomene aus dem Bereich der Medizin und Psychologie und konfrontiert sie mit einschlägiger Literatur (Puysegur) und eigenen Überlegungen.
Band 17: Nachgelassene Schriften 1813-1814.
Herausgegeben von Erich Fuchs, Hans Georg von Manz, Ives Radrizzani, Peter K. Schneider und Günter Zöller. In Vorbereitung
ISBN 978 3 7728 .
Die ›Einleitung in die Wissenschaftslehre‹ vom November/Dezember 1813 führt vom alltäglichen realistischen Standpunkt zur transzendentalen Sichtweise und soll den Lernenden durch die lebendige Anleitung des Lehrers in der neuen Erkenntnis befestigen. Das Diarium III (Oktober 1813-Januar 1814) nimmt die Arbeit der beiden vorangegangenen Diarien auf, eine befriedigende Darstellung für das Verhältnis bzw. Ineinander von göttlichem Leben und bildendem Ich zu finden. Die Wissenschaftslehre aus dem Jahre 1814 geht vom höchsten Schema, dem Sichverstehen der Wissenschaftslehre selbst, aus und leitet aus diesem alle anderen Standpunkte ab. Allerdings kam Fichte vor seiner tödlichen Krankheit nur noch zur Niederschrift von fünf Vorträgen. – In einem Nachtragteil werden zum Großteil fragementarisch überlieferte Manuskripte publiziert, die chronologisch und sachlich schwer einzuordnen waren.
Reihe III: Briefe
Band 1: Briefe 1775-1793
Hrsg. von Reinhard Lauth und Hans Jacob unter Mitwirkung von Hans Gliwitzky und Manfred Zahn. 1968. X, 509 S.
ISBN 3 7728 0147 1.
Die Einleitung zu dieser III. Reihe stellt die Editionsprinzipien der Briefbände dar. Von Marie Johanne Fichte, geb. Rahn, einer Nichte Klopstocks, wird die gesamte Korrespondenz vom Tage ihrer Verehelichung mit Fichte bis zu dessen Tode mitaufgenommen. Dieser Band enthält vor allem die Briefe aus Fichtes Studien- und Hauslehrerzeit, den Briefwechsel mit seiner Verlobten Johanne Rahn sowie die ersten Briefe an Kant. Circa ein Drittel aller Briefe bzw. Briefentwürfe sind zum ersten Mal, zahlreiche andere sind erstmalig vollständig veröffentlicht.
Band 2: Briefe 1793-1795
Hrsg. von Reinhard Lauth und Hans Jacob unter Mitwirkung von Hans Gliwitzky und Manfred Zahn. 1970. VIII, 510 S.
ISBN 3 7728 0148 X.
Dieser Band enthält vor allem die Briefe, die mit Fichtes Berufung nach Jena zu tun haben. Zu den Korrespondenten gehören Lavater, Reinhold, Kant, Goethe, Maimon, Schiller und Jacobi. Fichtes Briefe geben ein lebendiges Bild von den damaligen Studentenunruhen. Die Briefe an Reinhold und Schiller sind erste Zeugnisse einer Abgrenzung gegen den Kritizismus und Schillers ästhetische Konzeption.
Band 3: Briefe 1796-1799
Hrsg. von Reinhard Lauth und Hans Gliwitzky unter Mitwirkung von Manfred Zahn und Peter K. Schneider. 1972. VIII, 463 S.
ISBN 3 7728 0149 8.
Den Schwerpunkt dieser Jahre bilden die Briefe Jacobis und Reinholds vom Frühjahr 1799, die philosophische Abhandlungen darstellen. Außerdem finden wir Fichte in der Verteidigung gegen den Vorwurf des Atheismus. Die Briefe zeigen die religions-philosophische Position der Wissenschaftslehre.
Band 4: Briefe 1799-1800
Hrsg. von Reinhard Lauth und Hans Gliwitzky unter Mitwirkung von Manfred Zahn und Peter K. Schneider. 1973. VIII, 473 S.
ISBN 3 7728 0150 1.
Der Band beginnt mit den Briefen, die Fichte nach seinem Weggang von Jena aus Berlin geschrieben hat. Sie zeigen ihn in enger Verbindung mit den Häuptern der romantischen Schule, Schleiermacher, Schelling und den Brüdern Schlegel. Mit Schelling bahnt sich der Konflikt an, der zu den gegensätzlichen Positionen des Identitätssystems und der Wissenschaftslehre führte. Es ist zugleich die Zeit der großen Zeitschriftenpläne um die Jahrhundertwende. Die Briefe geben auch Einblick in Fichtes Familienverhältnisse.
Band 5: Briefe 1801-1805
Hrsg. von Reinhard Lauth und Hans Gliwitzky unter Mitwirkung von Erich Fuchs, Kurt Hiller, Peter K. Schneider und Manfred Zahn. 1982. VIII, 444 S.
ISBN 3 7728 0782 8.
In den Jahren, die dieser Band abdeckt, lebte Fichte, mit Ausnahme seiner Lehrtätigkeit in Erlangen (1805), in Berlin, wo er hauptsächlich mit der Ausarbeitung und Darstellung der Wissenschaftslehre befaßt war.
Der Band bringt den letzten Teil der Auseinandersetzung mit Schelling. In diesen Jahren pflegte Fichte weiterhin den Kontakt mit Jacobi, Mehmel, Niethammer, Schiller, v. Wolzogen. Die Korrespondenz mit Cotta bringt über die Schulz-Ausgabe hinaus eine Fülle neuer Briefe.
Band 6: Briefe 1806-1810
Hrsg. von Reinhard Lauth, Hans Gliwitzky, Peter K. Schneider und Erich Fuchs unter Mitwirkung von Ives Radrizzani, Erich Ruff und Manfred Zahn. 1997. XII, 418 S.
ISBN 3 7728 1681 9.
Im Oktober 1806 flieht Fichte mit dem preußischen Hof vor den Franzosen nach Königsberg. Die erste Hälfte dieses Bandes ist geprägt von den Briefen zwischen der in Berlin zurückgebliebenen Frau Fichte und ihrem Mann, der in Königsberg die Wissenschaftslehre (1807) vorträgt. Über Kopenhagen, von wo aus der Philosoph sich brieflich für Johannes v. Müller einsetzt, kehrt Fichte nach Berlin zurück. Dort schreibt er im Austausch mit v. Müller den "Deduzierten Plan für die neuzugründende Berliner Universität". Ein offener Brief von Josef Kurz nimmt Stellung zu Jean Pauls "Clavis Fichtiana". Die brieflich dokumentierten Erfahrungen mit den Zensoren seiner "Reden an die deutsche Nation" veranlassen Fichtes Bemühungen um die Aufhebung der Zensur. Nach schwerster Erkrankung nimmt Fichte 1810 einen neuen Anlauf, die allgemeinverständliche Darstellung der Wissenschaftslehre zu verfassen und schreibt seinen letzten großen philosophischen Brief an F. H. Jacobi.
Band 7: Briefe 1810-1812
Hrsg. von Erich Fuchs, Reinhard Lauth, Hans Georg von Manz, Ives Radrizzani, Peter K. Schneider, Martin Siegel und Günter Zöller unter Mitwirkung von Anna-Maria Schurr-Lorusso. XII, 385 S., 2 Abb.
ISBN 3 7728 2173 1.
Neben den bisher aus der Briefeausgabe von W. Schulz bekannten Briefen (Korrespondenz mit dem Schriftsteller Ernst Wagner, mit dem Vater und anderen Verwandten aus Anlaß des Todes von Fichtes Vater, Fouqué, mit früheren Schülern) bieten die von Fichte als Dekan und als Rektor der Berliner Universität mit den Behörden gewechselten Briefe den Schwerpunkt dieses Bandes. Unter diesen sind die Auseinandersetzungen innerhalb der Professorenschaft über die studentische Disziplin von besonderem Interesse. Fichte trat mit dem Gewicht seines Amtes und seiner Persönlichkeit für einen unfair behandelten jüdischen Studenten ein und trat von seinem Amt zurück, als die überwiegende Mehrzahl seiner Kollegen auf ihrem Standpunkt beharrte.
Band 8: Briefe 1812-1814; Anhang 1815–1818; Nachträge 1788–1810
Hrsg. v. Erich Fuchs, Hans Georg von Manz, Ives Radrizzani, Peter K. Schneider, Martin Siegel und Günter Zöller. 2008. XI, 397 S. 2 Abb.
ISBN 978: 3 7728 2437 1.
Der abschließende Band der Korrespondenzreihe bringt Briefe aus den beiden letzten Lebensjahren Fichtes, darunter einen Bericht über seinen philosophischen Lehrplan an die Regierung in Wien und Erörterungen zur Ästhetik (v.a. zur Baukunst) an L. F. Catel. Krankheit und Tod von Fichtes Eltern in den Jahren 1812 bzw. 1813 bilden einen weiteren Themenbereich. Eine Reihe von neu aufgefundenen Briefen der früheren Jahre, und einige Briefe nach Fichtes Tod am 29. Januar 1814 von seiner Frau Marie Johanne an den Verleger Cotta, an die Freundinnen Charlotte von Schiller und Charlotte von Kalb sowie an zwei der Familie nahestehende Schüler Fichtes (Helmholtz und Schulz) vervollständigen den Band. Ein Personengesamtverzeichnis für alle Briefebände erleichtert die Arbeit mit der Reihe III.
Reihe IV: Kollegnachschriften
Band 1: Kollegnachschriften 1796-1798
Hrsg. von Reinhard Lauth und Hans Gliwitzky unter Mitwirkung von Michael Brüggen, Kurt Hiller, Peter K. Schneider und Anna-Maria Schurr-Lorusso. 1977. XI, 537 S.
ISBN 3 7728 0540 X.
Einige Vorlesungen Fichtes sind uns nur durch die Nachschriften seiner Hörer zugänglich, so auch die beiden Nachschriften dieses Bandes, des "Collegiums über die Moral" von 1796 und der "Vorlesungen über Logik und Metaphysik" von 1797/98. Sie bieten, wenn sie mit Fichtes Aufzeichnungen aus der Zeit von 1795 bis 1802 (vergl. Bd. II,4) verglichen werden, wertvollen Aufschluß über die schrittweise Entwicklung der Fichteschen Transzendentalphilosophie zu der Form, die sie mit der "Darstellung der Wissenschaftslehre" aus dem Jahre 1801 gewann. Sie enthalten aber auch Darlegungen Fichtes zur formalen Logik, zur Psychologie und zur Naturphilosophie.
Band 2: Kollegnachschriften 1796-1804
Hrsg. von Reinhard Lauth und Hans Gliwitzky unter Mitwirkung von José Manzana, Erich Fuchs, Kurt Hiller und Peter K. Schneider. 1978. XI, 376 S.
ISBN 3 7728 0541 8.
Die "Wissenschaftslehre nova methodo" von Fichte aus den Jahren 1796-1799 ist nur in zwei Kollegnachschriften erhalten. (Die zweite, aus dem Wintersemester 1798/99 stammend, wurde 1980 in Dresden wiederaufgefunden.) Dieser Band bringt die erste, bisher schon bekannte Kollegnachschrift, aber erstmalig in unveränderter Fassung. Außerdem wird hier die Cauersche Nachschrift des ersten Teils der Wissenschaftslehre von 1804/II veröffentlicht, mit Hilfe derer der schwierige Text dieser Wissenschaftslehre besser erschlossen werden kann.
Band 3: Kollegnachschriften 1794-1799
Hrsg. von Erich Fuchs, Reinhard Lauth, Ives Radrizzani, Peter K. Schneider und Günter Zöller unter Mitwirkung von Heinrich Fauteck † und Hans Georg von Manz. 2000. X, 594 S. ISBN 3 7728 1929 X.
Seit dem Erscheinen von Band 2 wurden sechs neue Texte aufgefunden, die ein Unterbrechen der Chronologie rechtfertigen. So bringt dieser Band von der Hand Kaspar Lavaters eine Nachschrift der ersten fünf Vorlesungen über den Begriff der Wissenschaftslehre, die Fichte hatte in Lavaters Wohnzimmer im Frühjahr 1794 gehalten hatte. Die erste Naturrechtsvorlesung aus dem Wintersemester 1795/96 ist in einem Fragment aus dem Nachlaß des Fichte-Schülers und späteren Bremer Politikers Johann Smidt dokumentiert. Aus dem Eutiner Nachlaß von Friedrich August Eschen (1776-1800) werden die in Roh- und Reinfassung vorliegende Nachschrift der "Platner-Vorlesung" über Logik und Metaphysik 1796/97 und die ebenfalls nur fragmentarisch überlieferte Nachschrift der "Wissenschaftslehre nova methodo 1796/97" veröffentlicht. Im Nachlaß des schwedischen Philosophen Benjamin Karl Henrik Höijer (1767-1812) fand sich ein schwedisch geschriebene Nachschrift der von Fichte im August und September 1798 gehaltenen "Platner-Vorlesung". Der Text wird erstmals vollständig und zusätzlich in deutscher Übersetzung wiedergegeben. Als Haupttext dieses Bandes ist die 1980 in Dresden aufgefundene "Wissenschaftslehre nova methodo 1798/99"-Nachschrift aus der Feder Karl Christian Friedrich Krauses (1780-1829) anzusehen. Sie verbessert auf eklatante Weise unsere Kenntnis der zweiten Phase von Fichtes Lehrtätigkeit in Jena.
Band 4: Kollegnachschriften 1810-1812
Hrsg. von Erich Fuchs, Reinhard Lauth, Hans Georg von Manz, Ives Radrizzani, Peter K. Schneider, Martin Siegel und Günter Zöller unter Mitwirkung von Hans U. Kopp und Anna-Maria Schurr-Lorusso. 2004. ISBN 3 7728 2174 X.
Fichtes allgemeine Einleitungsvorlesung "Vom Studium der Philosophie", vorgetragen im Oktober 1810, ist nur in der (1999 neu aufgefundenen) Nachschrift von August Twesten erhalten. Sie hat die Beantwortung der Frage zum Inhalt: Wie ist die Mitteilung von (empirischem, historischem und apriorischem) Wissen möglich. Der gleichen Frage ging Fichtes Einleitungsvorlesung vom Wintersemester 1811/12 nach. Sie thematisiert noch deutlicher den Unterschied der Methoden in den Wissenschaften. Von ihr sind drei Fassungen (von Cauer, Schopenhauer und einem Anonymus) erhalten, die hintereinander wiedergegeben werden. Ebensoviele Nachschriften liegen von der Vorlesung der "Tatsachen den Bewußtseins" aus dem selben Semester vor: von Cauer, Schopenhauer und einem Unbekannten ('Hallesche Nachschrift'). Die Handschrift Fichtes zu dieser Vorlesung ist nicht erhalten. Dieser Umstand sowie die Tatsache, daß jede dieser Nachschriften ihre besonderen, die anderen ergänzenden Vorzüge hat, rechtfertigt es, sie alle zu publizieren. Sie geben eine objektive Darstellung der Gesamtheit des Wissens und dienen als didaktische Voraussetzung für das Verstehen der Begründungszusammenhänge, die dann die "Wissenschaftslehre 1812" (siehe Band II,13) liefert. Von den sieben vorliegenden Nachschriften wird die Handschrift Yg 21 der UB Halle als "Leittext" wiedergegeben, ergänzt um signifikante Varianten der beiden qualitativ nächstbesten Fassungen (Cauer, Itzig).
Band 5: Kollegnachschriften 1812.
Hrsg. von Erich Fuchs, Hans Georg von Manz, Ives Radrizzani, Peter K. Schneider, Martin Siegel und Günter Zöller unter Mitwirkung von Matteo V. d’Alfonso. 2008. X, 566 S.
ISBN 978-3-7728-2175-2.
Die studentischen Nachschriften (Itzig, Halle, Lisco u.a.) der beiden transzendentalen Logiken des Jahres 1812 bieten je einen vollständigen Haupttext, der durch Passagen aus Parallelnachschriften ergänzt wird. Sie entsprechen dem Inhalt des Bandes II,14 und stellen zusätzliches Material für das Verständnis der Handschriften Fichtes bereit, etwa zur Analyse des empirischen Begreifens und zum Entwurf einer transzendentalen Logik (›Vom Verhältnis der Logik zur wirklichen Philosophie‹, 1812), zum Begreifen des Begriffs und der Anschauung bis hin zur Deduktion des Raumes (›Vom Unterschiede zwischen der Logik und der Philosophie selbst‹,1812/13). ›Vom Studium der Philosophie überhaupt‹ (1812) schließlich erläutert neben den Bedingungen für das Verstehen der Wissenschaftslehre auch das Vorgehen Fichtes in den beiden ›Transzendentalen Logiken‹.
Band 6: Kollegnachschriften 1812–1814.
Hrsg. von Erich Fuchs, Hans Georg von Manz, Ives Radrizzani, Peter K. Schneider, Martin Siegel und Günter Zöller unter Mitwirkung von Matteo V. d’Alfonso, Faustino Fabbianelli, Antonie Magen und David W. Wood. 2010. XII, 575 S.
ISBN 978 3 7728 2176 9.
Die studentischen Nachschriften dieses Bandes erleichtern das Verständnis der schwierigen und knappen Vorbereitungstexte Fichtes erheblich. Die im Sinne der Spätlehre revidierten Vorlesungen der ›Rechtslehre‹ und ›Sittenlehre‹ wurden im Sommersemester 1812 gehalten. Die ›Thatsachen des Bewußtseins‹ (Januar/Februar 1813) gehen vorbereitend auf die Wissenschaftslehre von hypothetisch angesetzten Konstitutionselementen des Bewußtseins aus, um deren Erkenntnisvoraussetzungen zu eruieren. Erst die ›Wissenschaftslehre‹ (Februar 1813) soll die vollständige Deduktion dieser Elemente in systematischer Ordnung liefern. Der Krieg erzwingt den Abbruch dieser Vorlesungen. Einen Teil der Staatslehre-Vorlesung des Sommersemesters 1813 dokumentiert die Nachschrift ›Darstellung des Christenthums‹. Im Winter 1813 beginnt Fichte den letzten Versuch einer Formulierung der Wissenschaftslehre. Der umfangreichen ›Einleitung in die Wissenschaftslehre‹ vom Herbst 1813 folgte die ›Wissenschaftslehre 1814‹, deren Vortrag Fichtes Tod nach fünf Vorlesungen ein Ende setzte. Von diesen beiden Vorlesungen bringt der Band je eine bisher unveröffentlichte Nachschrift.
J.G. Fichte
Ueber den Begriff der Wissenschaftslehre (1794)
Grundlage der gesammten Wissenschaftslehre (1794/95)
Studientextausgabe. Teilausgabe von Band I,2 der J. G. Fichte-Gesamtausgabe der Bayerischen Akademie der Wissenschaften.
Mit ausführlichen Registern versehen von Hans Michael Baumgartner und Wilhelm G. Jacobs. 1969. 415 S. Br. € 10,-/ sFr 19,-.
ISBN 3 7728 0151 X.
J.G. Fichte im Gespräch. Berichte der Zeitgenossen
Herausgegeben von Erich Fuchs in Zusammenarbeit mit Reinhard Lauth und Walter Schieche.
6 in 7 Bänden. 1978ff. Leinen. Mehrere Abbildungen in jedem Band. Zusammen € 924,-/ sFr 1608,-.
ISBN 3 7728 0707 0
Band 1: 1762-1798 - 1978. X, 573 S. ISBN 3 7728 0708 9
Band 2: 1799-1801 - 1980. XI, 454 S. ISBN 3 7728 0709 7
Band 3: 1801-1806 - 1981. XIII, 474 S. ISBN 3 7728 0710 0
Band 4: 1806-1812 - 1987. XII, 495 S. ISBN 3 7728 0784 4
Band 5: 1812-1814. Chronik zu Fichtes Leben. - 1991. XIII, 436 S. ISBN 3 7728 0721 6
Band 6.1: Nachträge zu den Bänden 1-5. Teil 1: 1771-1799. - 1992. XVIII, 491 S. ISBN 3 7728 1497 2
Band 6.2: Nachträge zu den Bänden 1-5. Teil 2: 1799-1816.- 1992. VII, 403 S. ISBN 3 7728 1498 0
Band 7: Nachträge zu den Bänden 1-6. - In Vorbereitung
J.G. Fichte in zeitgenössischen Rezensionen
Herausgegeben von Erich Fuchs, Wilhelm G. Jacobs und Walter Schieche. 4 Bände 1995. Leinen. Zusammen (neuer Preis) € 298,- / sFr 519,-.
ISBN 3 7728 1489 1
Band 1: Nr. 1-43. IV, 419 S. ISBN 3 7728 1490 5
Band 2: Nr. 44-93. X, 454 S. ISBN 3 7728 1491 3
Band 3: Nr. 94-138. VII, 504 S. ISBN 3 7728 1492 1
Band 4: Nr. 139-172. VII, 434 S. ISBN 3 7728 1493 X
Fichte, Johann Gottlieb: Die späten wissenschaftlichen Vorlesungen (1809-1814)
Herausgegeben von Hans Georg von Manz, Erich Fuchs, Reinhard Lauth und Ives Radrizzani.
6 Bände - fhs 1-6. ISBN 3 7728 2008 5
- fhs 1. (1809-1811). 2000. € 25,-/ sFr 46,-. ISBN 3 7728 2009-3
- fhs 2. (1811). 2003. € 25,-/ sFr 46,-. ISBN 3 7728 2010-7
Hans Michael Baumgartner / Wilhelm G. Jacobs
FICHTE-BIBLIOGRAPHIE
1968. 346 S. Leinen € 245,50 / sFr 428,-
ISBN 3 7728 0152 8.
Im Verlag Rodopi, Amsterdam-Atlanta ist erschienen:
Sabine Doyé
J.G.FICHTE-BIBLIOGRAPHIE (1968-1992/93)
Fichte-Studien-Supplementa, Band 3
Amsterdam - Atlanta 1993. VII, 383 S. ISBN 90-5183-443-8
FICHTE IM KONTEXT - Werke auf CD-ROM
Textgrundlage: J.G.Fichte: Nachgelassene Werke / Sämtliche Werke von 1834/5, 1845/6. Hrsg. v. I.H.Fichte. Mit Volltextretrievalsystem ViewLit-Professional für Windows XP (kompatibel zu Windows'95 und höher - 3. Auflage 2002. Institutionelle Einzelplatzlizenz € 192,- Private Einzelplatzlizenz € 96,- (Umtausch-update € 16,-).
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